Casamance (Fluss)

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Casamance
Der Casamance bei Ziguinchor

Der Casamance bei Ziguinchor

Daten
Lage Senegal Senegal
Flusssystem Casamance
Quellgebiet westlich von Oaba Mamadou und nördlich von Saré Boido Mali
13° 9′ 35″ N, 14° 19′ 25″ W
Quellhöhe ca. 45 m[1]
Mündung Atlantischer OzeanKoordinaten: 12° 33′ 22″ N, 16° 45′ 44″ W
12° 33′ 22″ N, 16° 45′ 44″ W
Mündungshöhe m
Höhenunterschied ca. 45 m
Sohlgefälle ca. 0,13 ‰
Länge 350 km
Einzugsgebiet 20.150 km²[2]
Abfluss am Pegel Kolda[3]
AEo: 3700 km²
NNQ (Min. Monat Ø)
MNQ 1967–1983
MQ 1967–1983
Mq 1967–1983
MHQ 1967–1983
HHQ (Max. Monat Ø)
0 l/s
90 l/s
2,15 m³/s
0,6 l/(s km²)
620 l/s
11,3 m³/s
Linke Nebenflüsse Kohrine, Tanaffe
Rechte Nebenflüsse Niampampo, Soungrougrou, Bignana, Marigot du Baila
Schiffbarkeit 160 km
Der Casamance im südlichen Senegal (unten links)

Der Casamance im südlichen Senegal (unten links)

Der Casamance ist ein Fluss im afrikanischen Staat Senegal. Das südsenegalesische Gebiet zwischen den Staaten Gambia und Guinea-Bissau wird traditionell als die Casamance bezeichnet, da der Casamance-Fluss das größte und wichtigste Gewässer dieser Region darstellt. Er ist Hauptfluss eines in den Atlantik mündenden Flusssystems.

Das Quellgebiet des Flusses ist östlich von Kolda am Nordwestrand des Vélingara-Kraters zu finden und beginnt als Intermittierendes Gewässer, dessen Bett sich nur in der Regenzeit mit Wasser füllt. Er fließt in allgemeiner Westrichtung mit einem Talweg von 350 Kilometern dem Atlantischen Ozean zu. Dabei berührt der Fluss die Städte Kolda, Sédhiou und Ziguinchor, die größte Stadt der Casamance.

Im Unterlauf, östlich von Sédhiou bis zur Mündung, macht sich durch das geringe Gefälle auf einer Länge von 200 Kilometer die Gezeitenströmung bemerkbar. Hier ist das Flussbett auf teilweise 4000 Meter Breite ausgewaschen. Die Uferzone wird von einem Mangrovensystem begleitet, das sich zur Mündung hin immer weiter verzweigt, einige Bolongs reichen teilweise 20 oder 30 Kilometer weit in das Landesinnere[4] wie der Kamobeul Bôlon[5] oder der Marigot de Diouloulou.[6]

Wichtigster Nebenfluss ist der Soungrougrou, der 27 Kilometer östlich von Ziguinchor von rechts und Norden einmündet.

Durchschnittliche monatliche Durchströmung des Casamance gemessen an der hydrologischen Station Kolda in m³/s (im Oberlauf des Flusses).[3]

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Ab Sédhiou ist der Casamance schiffbar. Die Stadt Ziguinchor, 60 Kilometer vom Meer entfernt, verfügt über einen Seehafen. Stromabwärts von Kolda bis Ziguinchor kann der Fluss nur mit Fähren überquert werden, mit Ausnahme eines 1250 Meter langen Brückendamms bei Diana Malari in der Region Sédhiou. Bei Ziguinchor überspannt der 650 Meter lange pont Émile Badiane seit den 1970er Jahren den Strom und verbindet die am Südufer liegende Stadt mit Bignona und dem größeren Teil der Region Ziguinchor sowie mit Gambia.[7]

Da der Casamance außerhalb der Regenzeit praktisch kein Wasser aus dem Einzugsgebiet erhält, kommt es durch die starke Verdunstung während der Trockenzeit zu einem negativen Abfluss. Das im Mittel- und Unterlauf verdampfende Wasser wird aus dem Atlantik aufgefüllt. Dadurch wird Salzwasser mitunter über Jahre im Flussbett gehalten und bis auf über 100 g/l aufkonzentriert. Es gibt Zeiten, in denen Bereiche des Flusses auf Grund der hohen Salinität fast unbelebt sind.[8]

Das Casamance Flusssystem mit der Salinität und der Anzahl gefundener Spezies
Commons: Casamance River – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. OpenTopoMap
  2. Service Régional de la Statistique et de la Démographie de Ziguinchor: Situation economique et sociale regionale 2013 Länge und Einzugsgebiet nach Seite 11 der PDF-Datei 3,63 MB
  3. a b Center for Sustainability and the Global Environment - SAGE
  4. Entfernungen messen mit google maps
  5. Kamobeul Bôlon bei Geonames.
  6. Marigot de Diouloulou bei Geonames.
  7. Eiffage Sénégal: Réhabilitation du pont Émile Badiane à Ziguinchor (Memento vom 12. Februar 2017 im Internet Archive)
  8. Ecological zonation of the hyperhaline estuary of the Casamance River (Senegal): Foraminifera, zooplankton and abiotic variables. Artikel in Hydrobiologia von April 1989.